Leiser Straßenverkehr II
Projektleitung/Bearbeiter
Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. W. Ressel
Bearbeiter: Dipl.-Ing. Stefan Alber
Beschreibung
Das seit dem Jahr 2000 laufende Verkehrsforschungsprogramm "Mobilität und
Verkehr" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (inzwischen zuständig: Bundesministerium
für Wirtschaft und Technologie) hat als eines der wesentlichen Ziele, den Straßenverkehrslärm an
der Quelle zu reduzieren. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn sich die aus unterschiedlichen
Branchen stammenden Partner dieser Aufgabe gemeinsam stellen. Eine Chance hierfür ergab sich
zunächst im Jahr 2000, als die wissenschaftliche Plattform
Leiser Verkehr unter dem Patronat
des BMBF vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) initiiert wurde. Erstmalig hatten
renommierte Reifen- und Straßenbaufirmen, Universitäten, Beratungsbüros sowie die Verwaltung
gemeinsam potentielle Forschungsziele im Hinblick auf die Reduzierung des Straßenverkehrslärms
formuliert. Daraus entstand das Verbundprojekt "Leiser Straßenverkehr - Reduzierte
Reifen-Fahrbahngeräusche", dessen Budget von ca. 3,3 Mio. € jeweils zu 50 % durch das BMBF und die
Forschungspartner getragen wurde. Ohne die komplementäre Unterstützung des damaligen
Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen hätte das Projekt im Bereich der
Straßenbaumaßnahmen nicht realisiert werden können.
Basierend auf den hierbei erzielten Ergebnissen und unter Berücksichtigung aller aktuellen
europäischen Erkenntnisse hat die etablierte Forschungsgemeinschaft den Forschungsbedarf auf dem
Gebiet "Reduzierung des Straßenverkehrslärms" neu definiert. Daraus entstand das Konzept des
Nachfolgerprojekts
"Leiser Straßenverkehr 2", das in den Jahren 2005-2008
realisiert werden soll. Das Forschungsvorhaben "Leiser Straßenverkehr 2" hat wie sein Vorgänger zu
Ziel, dem ansteigenden Straßenverkehrslärm durch eine Reduzierung an der Quelle der
Geräuschentstehung entgegenzuwirken.
Die
Teilprojekte im "Leisen Straßenverkehr 2" befassen sich im einzelnen mit lärmarmen Lkw-Reifen (Fa.
Continental AG, BASt), FE-Simualtion der Schallabstrahlung von Reifen (Universität Hannover, TU
Hamburg-Harburg) und Fahrbahnübergängen (Maurer Söhne GmbH, RW Sollinger Hütte GmbH, BASt). Im
Teilprojekt "Integrale Verbesserung offenporiger Asphalte" sind die Firma Müller BBM GmbH, die
BASt, die
Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) sowie die TU München (Fachgebiet für Hydromechanik), das
Forschungsinstitut für Pigmente und Lacke (
FPL) in Stuttgart sowie das Institut für Straßen-
und Verkehrswesen der Universität Stuttgart zusammengeschlossen. Die beiden letztgenannten Partner
arbeiten zusammen an der Entwicklung von verbessertem Asphaltmischgut für offenporige
Deckschichten, das mit Hilfe der Polymertechnologie (Beimischung von Polymeren und/oder
Beschichtung) die Verschmutzung von offenporigem Asphalt vermindern soll:
Das Hauptproblem offenporiger Asphalte besteht in der nach wenigen Jahren schnell nachlassenden Lärmminderungswirkung. Der beobachtete Effekt ist auf die Verschmutzung und die daraus resultierende Verstopfung der Poren zurückzuführen. Dieses Problem hat vor allem in Deutschland die größere Verbreitung des offenporigen Materials gehemmt, weil seine lärmmindernde Wirkung nicht als dauerhaft angesehen werden kann.
Da die technische Lebensdauer einer offenporigen Deckschicht aber wesentlich länger ist als die Dauer der lärmmindernden Wirkung und aus grundsätzlichen Kostenüberlegungen, wäre es unwirtschaftlich, die OPA-Deckschicht frühzeitig zu erneuern. Versuche, offenporige Deckschichten mit Wasser unter hohem Druck zu reinigen, sind bisher mit eher geringem Erfolg durchgeführt worden. In dieser Hinsicht neue verbesserte Verfahren zu entwickeln, ist Aufgabe des Teilpakets "Untersuchung der Strömungsverhältnisse in offenporigen Fahrbahndecken" (TU München).
Im Teilprojekt "Polymertechnologie zur Modifizierung von Poreninnenwandungen - Entwicklung von Materialien zur Herstellung von verbessertem Asphaltmischgut für offenporige Deckschichten" wird versucht, die Verschmutzungsneigung des offenporigen Asphalts bzw. seiner Poren herabzusetzen. Aus der Polymertechnologie sollen dazu Beschichtungen der OPA-Decke bzw. Beimengungen von Polymeren zum Mischgut entwickelt werden, die das Problem beheben oder zumindest verringern sollen.
Weitere Informationen
Posterpräsentation, 4th International SIIV Congress, 12.-14.9.2007
Vortrag Prof.
Ressel EURONOISE-Konferenz 2006
Radiobeitrag Deutschlandfunk, Sendung
"Forschung aktuell" v. 27.7.07 (mp3-Datei
als Download, 1,4 MB)
Pressemitteilung 6/2007 der
Universität Stuttgart
Forschungsnewsletter
"Science" 01/2007 der Universität Stuttgart
