Verkehrslärmforschung
Projektleitung/Bearbeiter
Projektleitung:
Prof. Dr.-Ing. W. Ressel
Bearbeiter: Dr.-Ing. Henrik Schwarz
Beschreibung
Entsprechend den
gültigen Normen werden Grenzwerte für Verkehrslärm in der Einheit Dezibel angegeben und nach der so
genannten A-Kurve frequenzbewertet (dB(A)). Daher werden die Lärmemissionen des Straßenverkehrs
auch in dieser Einheit gemessen oder prognostisch berechnet. Die Anwendung des über eine lange Zeit
gemittelten dB(A)-Pegels, des so genannten energieäquivalenten Dauerschallpegels (siehe Formel
unten), zur Beurteilung der Störwirkung von Verkehrslärm ist eine grob vereinfachende Lösung, die
aufgrund der zur Verfügung stehenden Messtechnik und Rechenleistung nach dem zweiten Weltkrieg
festgeschrieben wurde.
Was in Zukunft
möglich ist: Neue Messtechnik und stark angewachsene Rechenleistung ermöglichen heute eine
gehörgerechtere und damit präzisere Messung. Diese binauralen Messungen (mit zwei in Ohrabstand
angeordneten Mikrofonen) mit einem so genannten Kunstkopfmikrofon kommen bisher im Verkehrswesen
noch nicht zur Anwendung. Daher soll zunächst die prinzipielle Eignung solcher Geräte und der damit
bestimmbaren psychoakustischen Kenngrößen für die Beurteilung von Verkehrslärm untersucht
werden.
Wie wir
vorgehen: In Vergleichsmessungen realer Verkehrssituationen werden die Schalldruckdaten sowohl
mit dem üblichen Standardpegelmesser als auch mit dem Kunstkopfmikrofon aufgenommen und digital
abgespeichert. Ausgehend von den Messergebnissen werden sowohl der Mittelungspegel (dB(A)) als auch
andere psychoakustische Größen wie Lautheit, Rauheit und Frequenzhaltigkeit des Verkehrslärms
berechnet und miteinander verglichen. Dabei wird sowohl die Entfernung zwischen Messgeräten und
Straße sowie die Ausrichtung des Kunstkopfes zur Straße variiert (siehe Abbildung rechts).
Zielstellung
Es soll geklärt
werden, inwiefern der A-bewertete Dauerschallpegel für die Beurteilung von Verkehrslärm noch
sinnvoll ist und wie er ggf. durch andere Messwerte ergänzt oder ersetzt werden kann. Dabei wird
auch zu entscheiden sein, ob zur Messung der psychoakustischen Kenngrößen (z.B. Lautheit, Rauheit
etc.) die binaurale Messtechnik Vorteile bezüglich der an das menschliche Ohr angepassten
Beurteilung des Verkehrslärms bietet oder nicht. In einem weiteren Schritt ist ein neues
gehörgerechtes Berechnungsverfahren zu entwickeln, das den psychoakustischen Erkenntnissen Rechnung
trägt.
