Im Rahmen der
Entwicklungskooperation MAF-UIS (ehemalige KEWA) und im Zusammenarbeit mit der
Ladesstelle für Straßenbautechnik Baden-Württemberg (LST) wird die
Zusammenführung vorhandener Datenkataloge der Bereiche Umwelt und Straße, der vereinfachte und
verlustfreie Datenaustausch sowie eine Harmonisierung der Datengrundlagen untersucht und
softwaretechnisch umgesetzt.
Der Schwerpunkt der bislang bearbeiteten Teilprojekten ZSU I-V lag auf der Verknüpfung von
Objekten aus dem Umweltinformationssystem (UIS) Baden-Württemberg und Objekten aus der
Straßenbauverwaltung (SBV), einhergehend mit einer Reduzierung von vorhandenen
Medienbrüchen.
Nach der Analyse der Nutzungsanforderungen und den vorhandenen Datenstrukturen in der SBV und
im Umweltbereich wurden Kataloge erstellt, die die für eine gegenseitige Integration sinnvollen
Objekte beschreiben. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen stand die Festlegung geeigneter technischer
Verfahren für die möglichst effiziente und verlustfreie Übertragung der Straßen- und
Umweltinformationen zwischen den unterschiedlichen IuK-Infrastrukturen im Fokus.
Die Studien haben gezeigt, dass bei der Betrachtung einer zumindest (teil‑)automatisierten
digitalen Übertragung von Planungsobjekten in die Bestandsdokumentation eine ganze Reihe von
Randbedingungen bestimmend sind. Nur eine ganzheitliche Berücksichtigung aller relevanten Aspekte
macht letztlich eine Automatisierung möglich. Die Ergebnisse des Projekts belegen jedoch, dass
zurzeit nicht für alle Objekte die notwendigen Bedingungen für eine automatisierte
Informationsübertragung gegeben sind, weil die Objekte auf historisch gewachsenen redundanten
Modellierungsvorschriften basieren.
Zur Verbesserung dieser Situation wurde eine Automatisierung der Verfahren zur
Informationsübertragung aus der Planung in die Bestandsdatenaufnahme der Straßeninformationsbank
angestrebt. Durch die Beseitigung des Medienbruchs bei der Übernahme von Straßenplanungen in die
Straßeninformationsbank (TT-SIB
®) über einen Softwareprototyp (StraGIS) zur Konvertierung von OKSTRA
®-Daten und Festlegung organisatorischer Verfahren wurde eine medienbruchfreie,
(teil-)automatisierte Übertragung von Achs- und Querschnittsdaten zwischen Planung und TT-SIB
®-Datenpflege erreicht. Die Funktionalitäten des Prototyps wurden anschließend in die
GIS-Arbeitsumgebung der Bestandsdatenführung implementiert und können direkt in der Praxis der
Datenpflege angewendet werden. Desweiteren können alle übertragenen Informationen mittels
Webservices für die GIS- und Fachanwendungen des UIS bereitgestellt werden.
Der aktuelle Stand der Forschung im Bereich der Harmonisierung von Fachobjekten im
Straßenwesen hat gezeigt, dass zum jetzigen Zeitpunkt eine vollständige Automatisierung der
Übertragung zwischen den unterschiedlichen Fachbereichen aufgrund verschiedener
Modellierungsvorschriften nicht realisierbar ist. Jedoch wird eine Chance zur Verbesserung darin
gesehen, weitere Teilprozesse in der Geschäftskette Straßenplanung – Vermessung –
Bestandsdokumentation – Betrieb technisch und wirtschaftlich zu optimieren. Die Optimierung von
Teilprozessen kann verhindern, dass die redundant vorhandenen Objektmodellierungen sich weiter
voneinander abgrenzen und kann als Grundlage harmonisierter OKSTRA
®-Modellierungen dienen. Dazu muss weiterhin forciert werden, dass der OKSTRA
® als zentrales Element der gesamten Prozesskette im Straßenwesen etabliert wird, um die
Modellierungsproblematik zu reduzieren.

Prozessablauf im Straßenwesen
Im Teilprojekt ZSU VI ist zunächst die Analyse der Verfahren zur Bestandserfassung für die
TT-SIB
®, um daraus Teilprozesse mit Optimierungspotential zu bestimmen und deren Möglichkeiten
zur Verbesserung aufzuzeigen sowie zu bewerten. Insbesondere muss dabei geprüft werden, inwieweit
die aktuellen Objektmodellierungen des OKSTRA
® diese Teilprozesse abdecken. Der Schwerpunkt der Untersuchung soll auf der Erfassung
der Straßeninformationen für die TT-SIB
® und weiterführend für die zentrale Referenzdatenbank des UIS in Baden-Württemberg
liegen, deren Objektmodellierungen durch die Anweisungen Straßeninformationsbank (ASB) festgelegt
sind.Dazu stehen drei Datenquellen zur Verfügung, die in ZSU VI detaillierter untersucht werden
sollen: die klassische Bestandsvermessung vor Ort, die kinematische Bestandsvermessung und die
Übernahme von Straßenobjekten aus CAD-Planungsunterlagen. Da die kinematische Erfassung seit den
letzten Jahren eine größere Rolle Dank die Entwicklungen der Messfahrzeugen spielt wird dieser
Erfassungsart detaillierter untersucht.