Zielsetzung und Aufgaben

Traditionelle Aufgaben im Bereich des Verkehrswesens sind das Planen, Entwerfen, Bauen und Betreiben von Verkehrsanlagen. In neuerer Zeit treten immer stärker Fragen nach dem Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen, Schonung der Ressourcen und besserer Gestaltung der baulichen Umwelt in den Vordergrund. Derartige Aufgaben sind für die Verkehrssysteme Schienen-, Straßen-, Luft-, Wasser- und Rohrleitungsverkehr unter Beachtung der Erfahrungen verschiedener benachbarter Fachdisziplinen in differenziertem Umfang zu erfüllen.

Dabei konzentrieren sich die im Verkehrswesen Beschäftigten bei der Ausübung ihrer Tatigkeit nicht allein auf technisch orientierte Belange, sondern müssen sich auch vertieft mit Zielen und Bedürfnissen der Gesellschaft und ihrem sozialen Umfeld auseinandersetzen. Dies erfordert im Rahmen eines Gesamtplanungsprozesses ein vorausschauendes, auf die Zukunft ausgerichtetes Vorsorgehandeln, das über die bestehende Verursacherverantwortung hinausgeht.

Das Berufsfeld der Verkehrsingenieure und Verkehrsingenieurinnen erstreckt sich über zahlreiche Wirtschafts- und Verwaltungsbereiche bis zu privaten Unternehmen. Es bietet heute und künftig attraktive, vielseitige und verantwortungsvolle Tatigkeiten für Ingenieurinnen und Ingenieure, die an zukunftsfahigen Lösungen der Verkehrs- und Transportprobleme arbeiten.

Im Straßen- und Verkehrswesen traten im vergangenen Jahrzehnt durch veränderte Zielsetzungen neue berufliche Aufgabenfelder und Herausforderungen in den Vordergrund, wie zum Beispiel:

  • Zusammenhänge zwischen städtischem Leben und Verkehr,
  • Neuordnung des Verkehrs in den Städten unter Berücksichtigung städtebaulicher Maßnahmen,
  • Weiterentwicklung von Strategien für eine sinnvolle Arbeitsteilung zwischen öffentlichem Nahverkehr, Schienenverkehr, Luftverkehr, Binnenwasserschifffahrt sowie individuellem Kraftfahrzeugverkehr, Fahrradverkehr und Fußgängerverkehr.
  • Verbesserung der Organisation des Verkehrsablaufs innerhalb der einzelnen Verkehrssysteme und der Umsteigebedingungen zwischen den verschiedenen Verkehrssystemen (Verkehrssystem-Management) mit neuen Informations-, Steuerungs- und Sicherungstechniken,
  • Auswirkungen der Informations- und Kommunikationstechnik auf die Verkehrswegeplanung sowie allgemein auf Angebot und Nachfrage von Verkehrsleistung.
  • Landschaftsschonendes Planen, ortsgerechtes Entwerfen und Bauen von Anlagen für die verschiedenen Verkehrssysteme,
  • Berücksichtigung von Aspekten des Umweltschutzes und Erhöhung der Umweltvertraglichkeit von Verkehrsanlagen,
  • Wiederaufbereitung und Wiederverwendung alternativer Baustoffe und Materialien sowie Entwickeln neuer Strategien zur baulichen und betrieblichen Erhaltung von Anlagen des Verkehrs.

Zur Lösung der umfangreichen Aufgaben stehen heute vielfaltige Möglichkeiten der Informationsgewinnung, der Informationsverarbeitung und der Kommunikation zur Verfügung. Neben der Anwendung und Nutzung modernster Hilfsmittel und Planungstechniken müssen die Planenden aber auch in der Lage sein, im gesellschaftlichen Umfeld des Verkehrs zu wirken und seine Lösungen, auch im Interessenkonflikt verschiedener Parteien und am Planungsprozess Beteiligter, zu vertreten. Es ist heute unumganglich, dieses erweiterte Anforderungsprofil bereits dem Studierenden nahezulegen.